Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler

St. Antonius und St. Sebastian

Foto: Markus Hartmann

St. Antonius und St. Sebastian 

Im Schatten der 400-jährigen Linde steht der sogenannte Hemmessener Dom direkt an der Hauptverkehrsachse zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler. Zusammen mit dem barocken Vierheiligenkreuz und dem benachbarten Fachwerkhaus bilden Kapelle und Baum ein denkmalgeschütztes Ensemble im Herzen des Neuenahrer Ortsteils Hemmessen. 

Die neugotische Kapelle, errichtet 1869 bis 71, ersetzte einen barocken Vorgängerbau des 16. Jahrhunderts und wurde im Stile des Historismus aus regionalem Bruchstein errichtet. Die Außenwände sind unverputzt und steinsichtig. Das steile Satteldach wird von einem schlanken Dachreiter mit zwei Glocken und spitzem Helm bekrönt.  

Der Innenraum besticht durch sein harmonisches, quadratisches Schiff, das von einem filigranen Deckengewölbe überspannt wird, das zwei Säulen tragen. Sie erinnert an französische Kapellen der Gotik. Mittich öffnet sich die Ostmauer für einen Triumphbogen zum vorgesetzten Chor.  

Durch die Flutkatastrophe 2021 wurden die ursprüngliche Innenausmalung des 19. Jahrhunderts, sowie Farbfassungen aus den Zwanzigern in Teilen wieder freigelegt. Im Chorraum werden diese im Rahmen der Sanierungsarbeiten wiederhergestellt. 

Im Nachgang zur Flut wurde die benachbarte ehemalige Pfarrkirche St. Pius aus den Sechzigern aufgegeben und niedergelegt. Fragmente aus deren Verglasung finden in der Neugestaltung der Fenster in der Hemmessener Kapelle wieder Verwendung. Der Förderkreis Hemmessener Dom ließ diese, gemeinsam mit dem Bistum Trier, durch den Berliner Architekten und Künstler Henrik Rauschning und den Ahrweiler Kunstglaser Jürgen Maur neu komponieren. Sie ersetzen eine Notverglasung aus den Fünfzigern und erhalten ein Stück heimische Kirchengeschichte und die Erinnerung an eine sehr lebendige und fortschrittliche Gemeinde. 

Die Eingangstür ist durch einen Windfang der fünfziger Jahre geschützt. Hier hat der Förderkreis Hemmessener Dom e.V. eine Flutgedenkstätte errichtet in Form eines durch die ortsansässige Glaskünstlerin Simone Prenner gestalteten Rundfensters, das die Katastrophe thematisiert. Daneben sind die Namen der Hemmessener Opfer verzeichnet. 

Der Hemmessener Dom wird durch den gleichnamigen Förderkreis betreut und gepflegt. Er belebt die Kapelle mit kulturellen, sozialen und liturgischen Veranstaltungen. Zudem betreibt er rein ehrenamtlich das benachbarte DomCafé als “Veedelstreff”.